(Weitere) Sehenswerte Gebäude in Billerbeck

Stadtbildprägend - Romantisch - herrschaftlich

Leider gibt es nicht mehr viele dieser typisch münsterländischen Landstädchen mit ihrem eigenen, interessanten Charakter. Billerbeck hat sich dieses besondere Fluidum glücklicherweise erhalten. Hier gibt es noch den verträumten, von kleinen Häuschen umstandenen Kirchhof, geschichtsträchtige Häuser und Kopfstein gepflasterte Straßen und Gassen. Wobei letztere mittlerweile sogar Rollatorenbahnen ausweisen. Gehen Sie auf Entdeckungsreise!

 

Haus Beckebans

An der Münsterstraße, im Herzen Billerbecks, steht das Haus Beckebans und präsentiert stolz seine Renaissancefassade. Wohl zu Recht gilt das Haus Beckebans als schönster und bedeutendster Profanbau Billerbecks und als Denkmal mit überörtlicher Bedeutung. Die Hausstelle wurde im Jahre 1409 erstmals erwähnt. Mit der prunkvoll in Specklagentechnik gestalteten Backsteinfassade und dem Dreistaffelgiebel mit den Muschelaufsätzen aus dem Jahre 1560 stellt das Haus Beckebans einen Übergangstyp zwischen städtischem Adelshof und reichem Bürgerhaus dar. Das Haus befindet sich im Privatbesitz.

 



Archidiakonatshof

An der Südseite des sehr schön restaurierten Johanniskirchplatzes steht mit dem Archidiakonatshof ein Baudenkmal überörtlicher Bedeutung. Bis zum Jahr 1825 war das Bistum Münster in Arichidiakonate als kirchliche Verwaltungseinheiten eingeteilt. Einer dieser Archidiakone hatte seinen Sitz in Billerbeck. Er hatte das Vorrecht, ein eigenes Wohnhaus - eine Kurie - zu besitzen. Das Haus aus dem frühen 16. Jahrhundert gehört zu den ältesten Gebäuden Billerbecks. An den Sandsteinbau mit saalartigem Kellergeschoss wurde 1679 das heutige Hauptgebäude rechtwinklig angebaut. Über dem Eingang befindet sich ein Wappen des Archidiakons Wilhelm Freiherr von Fürstenberg (1623 - 1699).

 

 


 

Richthof

Spätestens seit 1217 hatte der Fürstbischof von Münster einen Amtshof in Billerbeck. Im 15. Jahrhundert (wohl 1445) wurde an gleicher Stelle eine Burg erichtet, deren Turmreste und Gewölbe noch erhalten sind. Bis zur Aufhebung des Fürstbistums Münster im Jahre 1803 war der Richthof Sitz des Stadtrichters.

 

Das heutige Gebäude mit seiner malerischen Gräfte stammt aus dem Jahr 1820. Es handelt sich hier um einen geschlossenen Vierflügelbau um einen kleinen Innenhof. Seit 1820 befindet sich der Richthof im Eigentum der Familie, die ihn auch heute noch bewohnt. Der Richthof gehört zum bedeutendsten profanen Erbe Billerbecks.

 


 

Haus Hameren

Die Wasserburg Haus Hameren liegt auf zwei rechteckigen Inseln. Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts war der Besitz für mehr als zweihundert Jahre in zwei BurghHaus Hamerenäuser geteilt. Der ältere Teil, die Burg Hamern-Raesfeld, liegt auf der östlichen Insel. Hier steht noch der wohl einzige solitär stehende erhaltene Turmspeicher des Mittelalters im Münsterland. Auch in Gesamtwestfalen dürfte es nicht viele davon geben. Weiter befindet sich hier noch ein Wirtschaftsgebäude und eine neugotische Burgkapelle von 1869. Der jüngste Teil, die Burg Hameren-Schildern, beeindruckt vor allem durch ihren um 1600 in niederländischem Specklagenmauerwerk aus Ziegeln und gleichmäßig verlegten Werksteinbändern gebauten Rundturm. Ebenfalls in Specklagen-Technik wurde das zweiflügelige Wirtschaftsgebäude mit dem quadratischen Eckturm gebaut.

 


 

Haus Runde

Das Haus Runde ist ein typischer münsterländischer Gräftenhof. Die Hofstelle findet bereits im Jahre 1370 Erwähnung im Heberegister des münsterschen Stifts St. Mauritz als Lehenshof. Die den Hof umgebende Gräfte ist heute wohl der älteste Teil der Anlage. Die Gebäude entstammen unterschiedlichen Epochen und sind immer wieder um- oder ausgebaut worden. Das Haupthaus zum Beispiel ist im Giebel mit 1869 datiert, im Kern jedoch wohl wesentlich älter. Das nördliche Torhaus trägt die Jahreszahl 1695. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gelangte der Hof in das Eigentum der Familie von Olfers, die den Hof auch heute noch bewohnt. Heiratswillige können Teile der Hofanlage für die standesamtliche Trauung buchen. Für größere Feierlichkeiten steht eine umgebaute Diele zur Verfügung. Weitere Informationen: www.haus-runde.de

 


Wanderbahnhof

Der Billerbecker Bahnhof ist seit seiner Neueröffnung im Jahre 2004 ein Multitalent: Züge kommen und gehen, Fahrgäste steigen ein und aus - so weit, so normal. Aber billerbecks BAHNHOF bietet so viel mehr: Eine Radstation, in der man sein Fahrrad sicher abstellen kann. Bei Bedarf sind hier kleinere Reparaturen möglich. Ein Kiosk für die Kleinigkeiten für den Weg. Ein Café, in dem man nicht nur Kaffeespezialitäten, hausgemachte Snacks und kleine Gerichte zu sich nehmen kann, sondern das auch als Veranstaltungsort für Kunst und Kultur dient: Ausstellungen, Lesungen, Kabarett und Konzerte finden regelmäßig im Bahnhof statt. Und als weiteres Highlight gibt es einen Zugwaggon, der als außergewöhnlicher Tagungsraum gebucht werden kann - außen renoviert, innen mit modernster Technik. Nun sage noch einer, der Billerbecker Bahnhof ist kein Multitalent!


 

Homoet

 

 


Rathaus

Das historische Rathaus der Stadt Billerbeck ist gar nicht so historisch, wie der Betrachter meinen könnte, ist es doch eigentlich das neue Rathaus. Klingt kompliziert? Das tatsächlich historische Rathaus aus dem Jahre 1697 musste Ende des 19. Jahrhunderts dem Bau des Ludgerus-Domes weichen, so dass das heute als historisch bezeichnete Rathaus aus dem Jahre 1892 eigentlich das neue Rathaus ist...

 

Das Rathaus der Stadt Billerbeck ist natürlich - wie so viele andere Gebäude in Billerbeck auch - aus dem heimischen Baumberger Sandstein errichtet. Die prächtige neugotische Fassade, mit dem Stadtwappen im Giebel, repräsentiert den Billerbecker Bürgerstolz - immerhin besitzt Billerbeck die Stadtrechte bereits seit 1302. Verantwortlich für den Neubau des Rathauses war der königliche Regierungsbaumeister Hilger Hertel (der Jüngere), unter dessen Leitung es gelang, das Rathaus binnen nicht einmal 10 Monaten - von der Grundsteinlegung am 27. Mai 1891 bis zur Eröffnung für den Publikumsverkehr am 7. März 1892 - fertigzustellen. Im Inneren des Rathauses sind Teile der historischen Ausstattung nach liebevoller Restaurierung auch heute noch zu sehen.